Kühlschrank im Wohnmobil kühlt nicht mehr? Wie wir mit einem Lüfter nachgerüstet haben

07. Sep. 2026 | Technik / Umbau

Vom Absorber zum Kompressor: Unsere Kühlschrank-Odyssee

 

Der Sommer, der alles ins Rollen brachte

Im Sommer 2025 zeigte unser Thetford Absorber-Kühlschrank klar seine Grenzen. In der Provence kapitulierte er endgültig: Bei Aussentemperaturen über 30 Grad stieg die Innentemperatur auf bis zu 18 Grad – und diverse Lebensmittel wanderten ungeniessbar in den Abfall.
Spätestens da war für uns klar: Es ist Zeit für den Wechsel auf einen Kompressor-Kühlschrank. Die Idee hatten wir ohnehin schon länger im Kopf, vor allem um im Winter unabhängiger vom Gasvorrat zu sein. Auf die nötige Batteriekapazität (280 Ah) hatten wir vorausschauend bereits gesetzt, und dank unserer Solaranlage hatten wir bislang immer mehr als genug Strom zur Verfügung.

Verfügbarkeit als erste Hürde

Unser Wunschmodell – wieder ein Thetford – war schlicht nicht zu bekommen, nicht einmal eine Lieferfrist liess sich in Erfahrung bringen. Auch die zweite Option, das Schweizer Produkt Wemo, war kurzfristig nicht verfügbar. Auf Empfehlung des Händlers entschieden wir uns schliesslich für einen IndelB.

Ein Jahr später: Ernüchterung statt Begeisterung

Rückblickend, ein Jahr später, hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Sobald es draussen – und damit auch im Wohnmobil – wärmer als etwa 25 Grad wird, muss der Kühlschrank auf höchster Stufe (5) laufen, um überhaupt noch ausreichend zu kühlen.
Ein Blick auf den Einbau brachte den möglichen Grund ans Licht: Der Händler, der den Umbau realisiert hatte, hatte die originalen Be- und Entlüftungsöffnungen mit einem Alublech verschlossen.

Erster Eingriff: das obere Blech entfernen

Als ersten Schritt entfernte ich das obere Blech. Das brachte eine spürbare, aber noch unbefriedigende Verbesserung: Bei rund 35 Grad Aussentemperatur sank die Innentemperatur um etwa 3 bis 4 Grad. Tagsüber herrschten aber weiterhin 12 bis 14 Grad im Kühlschrank, nachts sank die Temperatur auf 8 bis 10 Grad – und das bei durchgehend höchster Kühlstufe.

Zweiter Eingriff: der Titan-Doppellüfter

Der nächste logische Schritt war der Einbau eines Titan-Doppellüfters mit 120 mm Durchmesser. Anstatt ihn am Lüftungsgitter zu befestigen, montierte ich ihn fest im bestehenden Ausschnitt. Das hat einen praktischen Vorteil: Das Lüftungsgitter lässt sich bei Bedarf weiterhin problemlos entfernen, und im Winter kann die Winterabdeckung ganz normal montiert werden.
Zum Wohnraum hin habe ich die Öffnung oberhalb des Kühlschranks mit einem Holzbrett verschlossen. Theoretisch liesse sich dort sogar noch ein Stauraumfach realisieren – ein Projekt für ein anderes Mal.

Die Umsetzung im Detail:

  • Im Küchen-Oberschrank fand sich eine stromführende, aber ungenutzte Leitung. Nach dem Entfernen des vorhandenen Steckers verband ich sie über Wago-Klemmen mit dem Stromkabel des Titan-Lüfters.
  • Die Steuereinheit des Lüfters befestigte ich oberhalb des Kühlschranks an der Metallblende.
  • Von dort liessen sich die Kabel problemlos durch die vorhandene Abschlussplatte nach aussen führen, wo direkter Zugang zum unter dem Dach verlegten Kabelkanal besteht.
  • Auch das Steuerkabel konnte an derselben Stelle nach aussen geführt und an das Y-Kabel des Titan-Lüfters angeschlossen werden.
  • Das Kabel des Temperatursensors passte ebenfalls durch diese Öffnung; der Sensor selbst hängt nun frei auf etwa halber Höhe des Kühlschranks.

Wie geht es weiter?

Aktuell läuft bei den noch immer hohen Temperaturen die Testphase. Ob sich der Umbau bewährt, wird sich zeigen – einen ausführlichen Erfahrungsbericht liefere ich, sobald genügend Daten zusammengekommen sind.

 

 

 


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